IBA HOchschullabor

 

Flankierend zu den IBA Projekten wurde in der Lancierungsphase 2010–2013 ein dichtes Netzwerk von Hochschulkooperationen aufgebaut. Es dient als Ideengeber und Reflexionslabor
für die IBA und ihre Projekte.

Die Plattform verfügt über Fachkompetenzen in transdisziplinären Themen- und Aufgabenfeldern und dient dem kontinuierlichen Wissenstransfer, der Kommunikation und dem Marketing.

Die fortlaufende Hochschulprojektbörse vermittelt thematische Arbeiten und Projekte zwischen Projektträgern und bearbeitenden Hochschulen. Die Projekte, Seminare und Masterarbeiten bearbeiten gezielte Fragestellungen aus Projekten und IBA Handlungsfeldern.
Da die Arbeitsthemen direkt mit den IBA Partnern bestimmt werden, gewinnen sie lokale Relevanz und Verankerung.
Die Ergebnisse können in die IBA Werkstätten einfliessen. Die IBA vermittelt, unterstützt und begleitet die Arbeiten, punktuell auch mit finanzieller Hilfe.

 

 

 

 

 

 

AKTUELLE HOCHSCHULLABORARBEIT:

KIESGRUBE BARTENHEIM

AUFGABENSTELLUNG

In der Kiesgrube Bartenheim, einem Areal von 75 ha, ist der industrielle Abbau durch LafargeHolcim noch bis Ende 2017 geplant. Die Verarbeitungsanlagen und die Absetzbereiche werden bis 2040 bestehen bleiben. Für ein Gebiet von 50 ha ist eine Übergabe an die Gemeinde gemäss bewilligtem Rekultivierungsplan für 2020 geplant. Wichtige Ziele für die Projektarbeit, in Bezug auf Erholungsnutzung, Biodiversität und Landschaftsbild:

  • Nachnutzung der Kiesgrube in Etappen von 2020-2040
  • Vorhandene ökologische Werte sinnvoll einbinden
  • Visionen für die neue ‚zone de loisirs‘ von Bartenheim

PROJEKTARBEITEN DER STUDIERENDEN

In den eingereichten Arbeiten zeigen die Studierenden des Moduls Landschaftsgestaltung Visionen und Lösungsvorschläge zur Entwicklung der Region sowie zur Transformation und Nachnutzung der Kiesgrube Bartenheim. Dazu eine Auswahl an Projekt-Ideen:

  • Durchgehendes trinationales Langsamverkehrsnetz:
    Kiesgruben mit Rollsportrouten, Spazier- und Themenwegen verbinden
  • Sichtachsen zur Kiesgrube:
    Strommasten als Landmark: mit Signalfarbe oder in neuen Formen gestaltet.
    In der Kiesgrube: weite Sichtachsen, zur Orientierung und Beobachtung
  • Nachhaltiger Umgang mit der Ressource Wasser:
    Gewässer-Revitalisierung, natürliche Wasserreinigung mit Schönungsteichen
  • Kiesgrube als Element im Netzwerk naturnaher Räume:
    Biodiversität der Region stärken, die Kiesgruben-Lebensräume mit seltenen Tier- und Pflanzen-Arten erhalten, pflegen, vernetzen
  • Niedrige Pflegekosten:
    Beweidung mit schottischen Hochlandrindern und Ziegen zum Gehölze auflichten und ‚mähen‘
  • Partizipation und Aneignung:
    Bauten und Flächen für Kunst- und Kultur-Events, temporäre Nutzungen und Urban Gardening
  • Kiesgrube als Spiel- und Lernort:
    Beobachtungs- und Lernstationen, ein Auenwalderlebnispfad und ein Kies-Wasser-Spielplatz
  • Attraktiver Erholungsort Kiesgrube Bartenheim:
    Badestrand, Kiosk, sanitäre Anlagen, Grillplätze, Stand Up Paddle
    Naturerlebniswege mit Stegen, Kanzeln, Hängebrücke

KIESGRUBEN ALS KNOTEN EINES NEUEN LANDSCHAFTSNETZES

Mit den vorliegenden Arbeiten wurde aufgezeigt, welche Chance sich im laufenden Prozess der Übergabe und Transformation der bisher industriell genutzten Gruben ergeben. Öffentlich zugängliche Erholungsgebiete können entstehen und hervorragend mit Aufwertungen der Biodiversität verknüpft werden. Durch dieses Miteinander von Erholungsnutzung und Biodiversität kann eine neue Landschaftsgestalt entstehen, die dem Raum eine verloren gegangene Identität zurückgibt.

 

STUDENTISCHE ARBEITEN

 

KIESGRUBE WEIL-HALTINGEN

AUFGABENSTELLUNG

Die IBA Basel setzt Impulse um die Umstrukturierung und Vernetzung von Kiesgruben im trinationalen Raum zu fördern. Ziel ist es die ehemaligen Abbaustandorte nachhaltig umzugestalten, für die Erholungsnutzung zugänglich zu machen, wie auch als Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen zu entwickeln.

Die prosperierende Metropolitanraum Basel hat ein besonders Bedürfnis nach attraktiven Erholungsorten. Die in direkter Nähe zur Siedlung liegenden ehemaligen Abbaustandorte werden in den kommenden Jahren frei. Sie bieten mit ihrer Lage an der Schnittstelle von Rheinauen, Niederterrasse und Hügelland einmalige Chancen zur Entwicklung von Natur- und Erholungsräumen.

Die Firma Holcim betreibt seit 1950 die Kiesgrube Weil-Haltingen. Der Abbau wird im Jahr 2016 abgeschlossen. Auf Teilen des Werksgeländes wird ein Betonwerk betrieben, dieses soll bis Mitte 2019 weiterhin Beton produzieren. Die teilweise Verfüllung der Grube mit sauberem Aushub läuft im nördlichen Grubenteil bereits. Der südliche Grubenteil wird als Fläche für den Naturschutz aufgewertet.

Ziel der Bachelor-Arbeiten ist es, die Potenziale des ehemaligen Abbaustandortes in Bezug auf Erholungsnutzung, Biodiversität und Landschaftsbild aufzuzeigen.

Bachelor-ARBEITEN DER STUDIERENDEN

In ihren Bachelor-Arbeiten zeigen die Studierenden der Landschaftsarchitektur Visionen und Lösungsvorschläge im regionalen Kontext sowie zur Transformation und Nachnutzung der Kiesgrube Weil-Haltingen auf. Dazu eine Auswahl an Projekt-Ideen:

  • Kiesgrube als Element im Netzwerk naturnaher Räume:
    Biodiversität der Region stärken, die Kiesgruben-Lebensräume mit seltenen Tier- und Pflanzen-Arten erhalten, pflegen, vernetzen
  • trinationales Langsamverkehrsnetz:
    Die Kiesgrube soll von den umliegenden Ortschaften gut erreichbar sein und in das trinationale Langsamverkehrsnetz eingebunden werden. Fuss- und Velobrücke mit Grünstreifen über die Ortsumfahrungsstrasse
  • Natur- und Landschaftserlebnis:
    Traditionelle und heutige Natur- und Kulturlandschaften, ihre Elemente und spezifischen Lebensräume und Arten zugänglich und erlebbar machen, Erlebbarkeit des Abbaus durch inszenierte Geländeeinschnitte
  • Land- und forstwirtschaftliche Nutzung:
    Grosszügige Landwirtschafts- und Waldflächen wiederherstellen, Hochstammobstgärten und Weinkultur anlegen
  • Sichtbezüge der Kiesgrube:
    Aussichtspunkte, Sichtachsen/-fenster zum Tüllinger Berg, der Stadt Basel, auf Lebensräume in der Grube bieten
  • Kulturort ehemalige Kiesgrube:
    Umnutzung der Produktionsgebäude als Werkstatt und Café, Arena als Veranstaltungsort etablieren
  • Attraktiver Erholungsort Kiesgrube Weil-Haltingen:
    Naturnaher Kinderspielplatz, Pump-Track, Beach-Volleyball-Felder, Picknick-Plätze, Aussichts- und Informationsplattform
  • Nachhaltiger Umgang mit der Ressource Wasser:
    natürliche Wasserreinigung mit Schönungsteichen, grundwassergespiesene Teiche und temporäre Wasserflächen

KIESGRUBEN ALS WIEDERENTDECKTER LEBENSRAUM FÜR MENSCH UND NATUR

Mit den vorliegenden Bachelor-Arbeiten wurde aufgezeigt, welche Chancen ehemalige Abbaustandorte bieten. Öffentlich zugängliche Erholungsgebiete können entstehen und hervorragend mit Aufwertungen der Biodiversität verknüpft werden. Durch dieses Miteinander von Erholungsnutzung und Biodiversität kann eine neue Landschaftsgestalt entstehen, die dem Raum eine verloren gegangene Identität zurückgibt. Die Gestaltungsansätze der Studierenden zeigen exemplarisch auf, wie vielfältig und einzigartig jede Grube entwickelt werden kann.

Mehr Informationen: Rekultivierung Kiesgrube Bartenheim